Vortrag

There is No More Land, There is Only Sand

Von Milica Topalovic
20.8.2017 | Johann Jacobs Museum

Die Verwandlung Singapurs von einem provinziellen Kolonialhafen zu einer der modernsten Industrienationen mit einem umfangreichen öffentlichen Wohnungsbauprogramm fĂŒr die neue urbane Mittelschicht wurde vielfach als eine „territoriale Revolution“ bezeichnet: mithilfe staatlich gelenkter topographischer Eingriffe wurde die soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung des nationalen Territoriums nachhaltig umgeformt.

Der Fall Singapur zeigt zudem, dass StĂ€dtebau immer auf ein (weitverzweigtes) Hinterland angewiesen ist. Der Stadtstaat gilt als weltgrĂ¶ĂŸter Importeur von Bausand und befindet sich mitten im Zentrum der Sandhandels-Region, die sich von SĂŒdchina bis Kambodscha und Myanmar erstreckt. Über die Jahre hinweg hat Singapur seine FlĂ€che um fast ein Viertel erweitert (ca. 140 Quadratkilometer). Man schĂ€tzt, dass drei Viertel dieser LandflĂ€che auf „fremdem Boden“ gebaut sind.

 

Milica Topalovic, Architektin und Urbanistin, ist Assistenzprofessorin am Departement Architektur der Eidgenössisch-Technischen Hochschule ZĂŒrich. WĂ€hrend ihrer vierjĂ€hrigen Forschungsprofessur in Singapur untersuchte sie das VerhĂ€ltnis der Stadt zu ihrem Hinterland und erweiterte damit die traditionelle Fokussierung der Urbanistik auf die Stadt als den „eigentlichen“ Forschungsgegenstand.

Ihr Vortrag findet anlÀsslich der Ausstellung Charles Lim Yi Yong: Segelyacht nach Singapur statt.