Kolloquium

Maya Deren – die Haitian Rushes

Mit Martina Kudláček und Michael Oppitz
16.1.2016 | Johann Jacobs Museum

Maya Derens Haitian footage mit seinen rund 6 Stunden LĂ€nge (samt Tonaufnahmen und Fotos) ist eine grosse Baustelle, nachdem die KĂŒnstlerin das Material bis zu ihrem frĂŒhen Tod 1961 nicht mehr anrĂŒhrte. Von der ursprĂŒnglichen Absicht, einen Film ĂŒber die Formen des haitianischen Tanzes zu machen, war Deren schon auf Haiti abgekommen. Vor Ort kam sie zu dem Entschluss sich in den Dienst der RealitĂ€t des Vodoun zu stellen, also keinen ethnographischen Film ĂŒber zeremoniellen Tanz zu machen, sondern einen Film, der gewissermassen aus der Eigenlogik der Zeremonien heraus gedreht ist.

AnlĂ€sslich der aktuellen Ausstellung Die Haitian Rushes von Maya Deren nĂ€hern wir uns diesem ebenso bruchstĂŒckhaften wie faszinierendem Material, das uns die AbgrĂŒnde der transkulturellen Erfahrung — die PhĂ€nomene, die sich nicht ĂŒbersetzen lassen – aufzeigt.

 

Kolloquium mit

Martina Kudláček, österreichische Filmemacherin und verantwortlich fĂŒr die Restaurierung des Haitian footage von Maya Deren, das im Anthology Film Archive (New York) aufbewahrt wird. Ihrer mehrfach ausgezeichneten dokumentarischen Filmstudie In the Mirror of Maya Deren (2001) gingen Jahre intensiver Recherche, auch auf Haiti voraus.

Michael Oppitz, lange Jahre Ordinarius fĂŒr Ethnologie an der UniversitĂ€t ZĂŒrich und Direktor des Völkerkundemuseums. Weithin bekannt ist seine Feldforschung zum Schamanismus, aus welcher der fast vierstĂŒndige, in Nepal gedrehte Film Schamanen im Blinden Land (1980) und das gleichnamige „Bilderbuch“ (1981) hervorgingen.

Moderiert von Roger M. Buergel.